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„Perspektivwechsel“: Theaterprojekt an der Pestalozzi-Mittelschule

Was ist Heimat? Was ist Liebe? Was verbindet Menschen miteinander und was macht Liebe aufgrund kultureller Unterschiede unmöglich? – All diese Fragen wurden in dem Theaterstück „Perspektivwechsel“ behandelt, das von Jugendlichen im ersten Teil der von „Gehmit“ initiierten Theaterveranstaltung „Aufbruch, Umbruch, Dammbruch“ am 30.6.2017 im Stadttheater im Rahmen der Aschaffenburger Kulturtage aufgeführt wurde.

In Anlehnung an die Geschichte von Romeo und Julia  werden in „Perspektivwechsel“ unter der Leitung der Theaterpädagogin Cornelia Denk die Hindernisse bei der Suche nach der Liebe thematisiert. Vier Liebespaare, dargestellt von Teilnehmern aus unterschiedlichen Kulturkreisen, darunter ein von Schülerinnen gespieltes gleichgeschlechtliches Paar, erleben was ihre Umwelt von Ihrer Verbindung hält. Es geht um Akzeptanz und Toleranz, wenn zum Beispiel die Muslimin mit dem Christen befreundet ist und wenn zwei junge Frauen sich lieben. In „Perspektivwechsel“ wird die Situation der ausländischen Jugendlichen zu Beginn ihrer Zeit in Deutschland dargestellt. Aufgrund ihres Aussehens und ihrer Religion wird ihnen Misstrauen entgegengebracht und auch sie sind misstrauisch.

Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern und „Heimat“ ist für jeden ein wichtiges Thema. Während deutsche Schüler vor allem Fernweh haben und die Welt entdecken möchten, haben junge Geflüchtete vor allem Heimweh. Eindringlich mit Musik und Filmsequenzen begleitet wird dargestellt, welche Gefühle die jungen Geflüchteten bewegen, die zum Beispiel ihre Heimat Syrien bei der Flucht vor Krieg und Unterdrückung hinter sich lassen mussten.

Die Teilnehmer sind sich einig und wollen ihre persönlichen Verbindungen trotz kultureller Unterschiede leben dürfen und die Frage an das Publikum ist: Wie viel Toleranz sind wir bereit gegenüber dem Fremden zu akzeptieren und zwar von allen Gruppen?

Das Stück wird mit dem Song „We are the world“, gesungen von Theresa Paulsen beendet, ein gelungener Abschluss der Theatervorstellung, die von den Zuschauern mit großem Applaus bedacht wurde.

Finanziert wurde das Projekt von „Jugend mit Zukunft“ und „Gehmit“, an dem Schüler mit Migrationshintergrund, Geflüchtete und deutsche Schüler der Pestalozzi-Mittelschule sowie Schauspielschüler des Friedrich Dessauer- und Dalberg- Gymnasiums in Aschaffenburg teilnahmen. Die Idee des Theaterprojekts war, den Schülern den Spaß am Theater zu vermitteln, ihnen aber auch aufzuzeigen, wie wichtig es ist, füreinander einzustehen und anderen bei der Integration zu helfen.

Text: Cornelia Denk/ Martin Schubert – Bild: Christiane Stein